Strom mit Zukunft

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Im Bundestag soll eine Neufassung des "Erneuerbare Energien Gesetzes" bechlossen werden.

Die Förderung soll nicht etwa gesenkt werden, wie das der momentane Trend ist, sondern noch einmal ordentlich angehoben werden. Im Jahr 2015 können die Betreiber von Öko-Energien auf 7 Milliarden Euro hoffen. Das sind 3 Milliarden mehr als heute!

Das liegt wohl an der mehr als absehbaren Erhöhung der Strompreise. Die EU will von 2013 an die Regeln für den Emissionshandel noch einmal verschärfen. Wer viel Kohlendioxid ausstößt, wird dadurch sehr viel mehr für die nötigen Emissionszertifikate ausgeben müssen. Vor allem uns Deutsche trifft das hart, kommt doch die Hälfte unseres Stroms aus Braun- und Steinkohle - mit entsprechend hohem Schadstoffausstoß. Das wird die Strompreise weiter antreiben.

Genau diesen Anstieg aber können die Öko-Energien dämpfen. Sie verbrauchen keine fossilen Brennstoffe und sind somit unabhängig von Preisschwankungen und dem Emissionshandel. Deswegen schieben sie sich immer stärker in den Markt, je höher der Strompreis steigt. So wird Deutschland auch noch unabhängiger von Energie- und Rohstoffimporten. Wind, Wasser und Sonne sind einfach da.

Probleme:

Die technologische Herausforderung ist ohne Frage sehr groß; die Menge des Windstroms schwankt stark, abhängig vom Wetter. Er müsste also entweder vermehrt gespeichert werden, oder ein ganzer Kraftwerkspark müsste in Flauten Strom liefern.

Wo die Leitungen, die den Strom ins Hinterland transportieren sollen gebaut werden sollen, wehren sich die Anwohner gegen die Masten.

Und schließlich gibt es auch noch einige Probleme bei den im Meer geplanten Windparks. Die Windräder gründen sehr tief in der deutschen See und es fehlt uns an schwimmenden Kränen und seefesten Monteuren.

Chancen:

Gerade der Ausbau der Solarenergie könnte die deutschen Netze aber stabilisieren. Strom wird dadurch zunehmen dezentral eingespeist, Dächer gibt es bei uns ohnehin genug und die Technologie wird effizienter und somit billiger.

Neue Technologien bei der Strommessung werden die deutschen flexibler machen: Z.B. sagen intelligente Stromzähler Geschirrspülern und Waschmaschinen, wann der Strom besonders billig ist, weil der Wind besonders kräftig bläst. Dadurch wird die Stromnachfrage elastisch.

Durch die immer weiter verbesserte Leistung von Akkus könnte Deutschland ein Netz von Stromspeichern für überschüssige Windkraft erhalten.

 

Klingt alles nach Revolution? Nicht weniger werden wir tun müssen, um die deutsche Energieversorgung sicher, sauber und risikofrei zu machen. Etwas Besseres, als die Erneuerbaren haben wir dafür nicht.

 

Quelle: Süddeutsche Zeitung 06.06.08 Kommentar Michael Bauchmüller